Wenn in Rom tu es den Römern gleich, so oder so ähnlich geht doch das Sprichwort. Also was macht den Griechen unter uns aus.
Ich arbeite ja nur ungern mit Klischees und Vorurteilen, und um nicht verklagt zu werden schicke ich gleich mal vorraus dass ich weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Allgemeingültigkeit erhebe, sondern nur berichte aus den engen Kreis dem ich hier über den WEg laufe.
Gestern war ich zum Beispiel beim Zahnarzt. Alle wissen es noch nciht, aber ich hab auf einen Mandel-Honigriegel gebissen und dabei splitterte ein Stück des Zahns ab. Der war schon mal lädiert und 2 Tage später viel dann auch die Füllung raus, und wenn ein 1/4 vom Zahn fehlt sollte man dass dann vl auch reparieren lassen, egal wie ungern man zum Zahnarzt geht.
Die Praxis ist mehr oder weniger wie in Ö auch nur dass sein Büro halt auch gleich im Arbeitszimmer ist, aber das macht ja nichts. Wo dann der feine Unterschied zum österreichischen Standard besteht ist, dass er die ganze Zeit während er an mir herumfuhrwerkte am Handy war und wenn ich das richtig mitbekommen habe neue Praxismöbel bestellt hat. Nicht mit einem von diesem neumodischen Bluetooth(haha zahnarzt schmäh) Freisprechanlagen, sondern ganz altmodisch zwischen Ohr und Schulter geklemmt. Vielleicht hat er auch deswegen die Stelle narkotisiert, damit falls das Handy doch wegrutscht und er eine reflexartige Bewegung macht der Schaden zwar nicht wirklich minimiert ist, aber wenigsten weitaus weniger schmerzhaft ist. Das Ergebnis war aber sehr gut, der Zahn ist geschlossen, Schmerzen waren sehr gering, und ich war auch gegen Ende hin weitaus entspannter als jemals vorher beim Zahnarzt. Also vl ist das ja seine psychologische Methode um Ängste abzubauen. Michalis, einer meiner Chefs meinte jedoche "Yes that is true, he always does that" Soviel zu tiefen Psychologischen Einsichten.
Preisgestaltung:
Also abgesehen davon das in den kleinen Geschäften die Preise sowieso reine Phantasie sind und man als Grieche was ganz anderes zahlt als ein Tourist gibt es auch hier kleine und feine Unterschiede.
CentMünzen sind hier reine Zierde. Die zahlt man nicht, oder bekommt man nicht, je nachdem wie die Kassafrau (und ja hier sind es nur Frauen, ich hab mir kurz überlegt die gegenderte Fassung zu verwenden) gerade in die Schublade greift. Meistens wird bis 5 ab und über 5 aufgerundet, also nach beinahe streng mathematischen Regeln. Also vl gleicht sich dass dann ja auch alles aus.
In einem Elektronikgeschäft zahlte ich heute statt 32, 30 Euro, und das nur weil mir als er MICH fragte was das Teil denn kostet im griechischen den 2er nicht flott genug gesagt habe, weil ich mir auch nicht mehr ganz sicher war was auf dem Preisschild gestanden hatte. Ganz abgesehen davon dass das gleiche Gerät in Ö 20€ kostet.
Sex und ismus:
Ersteres mag dadurch bedingt sein, dass wir halt auf einer Touristeninsel sind wo der Strang an Frischfleisch nicht abreißt und die Verpflichtungen die man mit dem interessierten Gegenüber eingeht ja eher in Tagen als in Wochen zu rechnen sind, und Probleme ja oft gar nicht auftreten oder dann halt von ganz alleine mit dem Flugzeug verschwinden.
Die griechischen Männer hier sind alle auf der Jagd nach den feschen jungen Mädels. Mit Griechinnen beschäftigt man sich erst wenn man heiraten will, und hofft dass bis dahin der Ruf auf der Insel nicht ganz ruiniert ist. Über die Eroberungen wird natürlich lautstark im Männerkreis angegeben, und einer meiner Chefs meinte kürzlich "Ah mist gestern Abend hab ich was dummes gemacht, Ich habe in griechisches Mädl von hier mit heimgenommen" auf meine Scherzhaftefrage ob er sie denn jetzt heiraten müßte meinte er nur "Nein, aber die plaudert sicher wieder wie blöd und dann krieg ich die schlechte Nachrede" Leider übersetzt sich ein "Paurdauz wie dieses" nur sehr schlecht ins Englische.
Die Strukturen oder Einstellungen sind hier auch noch altmodischer. Es gibt mehr typische Frauenjobs. Meine Chefs verleihen Atv's/Quads meistens nicht an Fahrerinnen, weil die Dinger ja gefährlich sind und man viel Kraft in den Armen braucht um sie zu lenken, und zumindestens 2tes ist ziemlicher Schwachsinn. Aber die Touristen steigen auch drauf ein. Lauthals lachend wenn sie dem Freund sagen nicht zu schnell zu fahren, damit sie keine Angst kriegt oder ähnliches. Es gehört anscheinend zum Urlaubsgefühl die antiquierten Ansichten die man im Heimatland nicht akzeptiert im Ausland putzig zu finden. Teilweise würden mir Freundinnen sehr kalte Blicke zu werfen, wenn ich in Ö die gleichen Platitüden von mir gäbe und sie mit einem verschmitztem Lächeln garniere. Aber vl liegt das auch an mir, ich werd das Lächeln mehr üben.
So mehr mag ich jetzt nimmer, ich hab ja schließlich heute frei, da will ich nicht den ganzen Tag vorm Computer arebeiten
Mfg
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