Die Ferien hab ich recht gut hinter mich gebracht, waren schön entspannend und nicht wirklich ereignissreich so wie ich es gerne hab. Selbst zum wegfahren war ich zu faul abe rdas wird nachgeholt. Zu ostern hab ich eh wieder 3 Wochen frei wie mir Sam heute gesagt hat. Die Schüler hier zahlen wirklich Unsummen an Geld um nicht in die Schule zu gehen. Eigtl eine gute Methode wenn man länger drüber nachdenkt.
Vor Wochen beinahe bin ich versucht zu sagen vor Monaten schon hat mich Sam (meine vorgesetzte) zu einem Fußballspiel ihres Heimatklubs Bradford eingeladen. Neil (der 2te deutschlehrer) fragte sie andauernd wie sie mir das antuen konnte, und auch sie sprach mehr fatalistisch deprimiert über ihren Klub wie alle Saisonkartenbessitzer halt die miterleben mußten wie ihr Verrein erst in die Premierleague aufstieg sich dort 2 ajhre hielt und dann unvermeidlich Liga um Liga nach unten rutschte, bis sie dort ankam wo sie heute sind. Also das versprach eine Interessante Reise zu werden. Mit der richtigen Reiselektüre ("on the road" von kerouac) bestieg ich den Zug und machte mich auf den 2 Stunden langen weg ins malerische Bradford (nur falls Sam die Seite mal rein zufällig findet erzählt hab ich nämlich hier niemanden davon). Wo ich von ihr und ihrem Bruder empfangen wurde. Zur Person: Sam ist eine Mischung aus nie groß gewordenen Mädchen(positiv gemeint) und einem Feuerwerkskörper. Unendlich viel Energie und immer im Stress, besitzt alle Winnie Puh sachen, verwendet ausschließlich die auch in der Schule und am Bahnhof empfing sie mich im Fußballdress mit passenden Schafrucksack. Das Schaf trug natürlich auch die Vereinsfarben, wenn auch vom letzten Jahr und hatte die Schuhe ihres Erstgeborenen an weil die ca. so aussahen wie Fußballschuhe. Ein Schal durfte auch nicht fehlen sonst wird dem Schaf ja kalt. Sah großartig aus. Ihr Bruder etwas Bodenständiger in einer schwarzen Windjacke die sich beim öffnen nur als geschickte Tarnung des gleichen Trickots offenbarte das Sam anhatte. Sah auch mehr so wie der Fußballfan aus. Nur war er viel sympathischer. War im übrigen öfters in Österreich Skifahren, das scheinen ziemlich viele hier zu machen. Die Werbung funtkioniert.
Beim Essen wurde ich dann zaghaft in die Vereinsgeschichte eingeführt und immer wieder vorgewarnt dass ich eventuell meine Reise hierher bereuren wurde, dass nenn ich doch mal echt den GLauben ans eigene Team haben. So stell ich mir Saisonkartenbesitzer vor, immer unzufrieden mit der Leistung, schwer deprimiert nach jeden Spiel, aber wie sie mir selbst versicherte, trotzdem sicher jedes Go*********** Spiel in diesem Stadion sitzend auf die wenigen großartigen Momente der Leidenschaft und des Erfolges hoffen dessen einziger Sinn udn Lebenszweck eines echten Fans sind. Die beiden scheinen mit ihrer Familie auf diesem Rasen aufgewachsen zu sein, oder zumindestens kennen sie ihn so gut wie ich meinen Garten. Die Vorderseite zumindestens nach hinten trau ich mich nicht mehr weil wir immer fauler mim rasenmähen werden und ich glaube da leben schon wilde Tiere. Der Pumukel wird ja auch immer älter der kann sie nicht mehr alle fernhalten.
Das Stadion ist voll nett. 25.000 Plätze man spielt ja mal PremierLeague und 12000 Saisonkartenbesitzer. Riesiger Giftshop mit vereinseigenen Museum. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und die Legende der Legenden, einer der Spieler der sie in die Prem.League geführt hat als Trainer, ein Abgott wie mir erzählt wurde, Stolz aller Bradforder und der Lokalheld schlechthin. Und in diesen heiligen Hallen wurde ich herumgeführt und ich versprach sogar mir ein Shirt des Klubs zu kaufen falls sie heute gewinnen sollte.
Danach gingen wir auf die Plätze sehr gute sogar mitteltribüne geschätzt 20ste Reihe, gute sicht aufs Feld, und alles alte Bekannte. Der porkpie dort soll zwar legendär sein, aber Sam meinte das könnte sie mir nicht antun sonst müßt ich mich für ne Woche krank melden bei Birkdale, also vl ist der mehr für die Auswärtsfans. Also haben wir uns britisch wie eh und je mit Tee begnügt. Ja die trinken Tee sogar im Fußballstadion.
Die Teams laufen zur Musik von "The boys are back in town" ins Stadion ein und es kann los gehen. Gegner ist Chester. Wie Bradford selbst letzte Saison abgestiegen, sollte also ein interessantes Spiel werden. War es eigtl auch mehr oder weniger. Bradford (die Guten) klar im Vorteil die ersten 35 Minuten, dominant gestärkt durchs Heimpublikum schaffen es aber nicht das auch auf die Anzeige Tafel zu bringen, die Heimfans die dieses Trauerspiel schon zu kennen scheinen nehmen zuflucht in Sarkasmus und treiben ihr Team mti "Comeon" und "City!!!!" weiter an. Wenig erfolgreich allerdings und Chester geht aus dem nichts in der 40
. Minute, mit was ich einen abgerissenen schuss nenne dem Spielverlauf vollkommen entgegen gehend mit ihren ersten "schuss" aufs Tor in Führung. Der Goalie wurde überhoben. Tragisch, die Fans sind bestürzt, am anderen Ende des Stadions schaffen es 50-100 Mitgereiste auswärtsfans zum ersten Mal von mir Lautstärketechnisch wahrgenommen zu werden. Seit dieser 40. Minuten kenn ich glaub ich 7 verschiedene neu englische Flüche. Sam neben mir verzweifelt.
Resignierten begiebt man sich in die 2te Halbzeit, wir haben uns in der zwischenzeit einen 2ten Tee geholt weil es wird langsam kühl. Bradford startet furios wieder ist mand ie überlege Mannschaft, die Gegner haben den Bradforderfanblock im Rücken und das macht deutlich Eindruck. Sie wackeln sie wanken, Bradford kommt zu 2 90% Chancen und vergibt beide. Der Mittelstürmer verläßt unter den Buhrufen der eigenen Fans ind er 75 min das Feld. Er vergab beide diese Chancen kläglich. Und wie es der Fußballgott so will gelingt Chester mit ihrem 2ten Schuss aufs Tor das 2:0. Wir schreiben die 80.Minute vereinzelte Bradfordfans verlassen gesenkten Hauptes das Stadium um ihre Wunden zu lecken und sich bis Dienstag zum nächsten SPiel neu zu motivieren. Aber die Mannschaft gibt nicht auf, oder Chester wird müde wie man es sehen will und man glaubt es kaum (ich habe gerade auf die Anzeigetafel geschaut weil da eine schöne Animation von irgendwas ablief udn drehe mich um nachdem plötzlich der Lärmpegel auf 180 hochgeschnellt war) TOR TOR TOR Anschlusstreffer in der 88 Minute. Keine ahnung ob schön oder so ich ahb nur mehr den ball über die Linie kullern sehen. Die Fans schnuppern nochmal Aufwind und die letzten Kräfte werden mobilisiert man hofft noch auf den verdienten Ausgleich und die Stimmung reißt auch mich mit und man fiebert dem Ende entgegen. Die Schiris meinen es gut es gibt sogar 4 Minuten Nachspielzeit aber schon ind er 91 Minute wird der Enthusiasmus der Fans deutlich geringer, das Auflackern der letzten Energien war kurz und selbst die eigenen Fans glauben nicht mehr so richtig daran. Was sie nciht daran hindert die Versuche des chesterschen Torwarts soviel Zeit wie möglich bei Anstößen herauszuschinden mit lauten Buhchören zu vergelten. Aber es nützt alles nichts. Das letzte Aufbäumen war nicht ausreichend der Funke fand kein brennmaterial und erlosch auf der feuchten Herbsterde des Bradforder Rasens udn man trennt sich 2:1 für die Bösen.
Zerschlagen deprimiert und mit einem Gefühl von "Das war ja sowas von klar" macht man sich auf den Heimweg, wenn man nicht vorher schon gegangen ist. Die Stimmung am Tiefpunkt, reminiszierend über bessere Zeiten und sich bei mir entschuldigend für den Aufwand den man mir bereitet hat.
Das war mein Tag, großartig, witzig, spannend ereignissreich. Die Welt des englischen Fußballs eien psychologisch ethnische Studie im Mikrokosmos Bradfords. Mach ich jederzeit wieder war super. Und ich glaub das war das erste Fußballspiel das ich jemals Live gesehen habe. Und was lernt man daraus ? Nicht auf die Anzeigetafel schauen weil es gibt keine Wiederholung, und im Stadion ist halt wirklich einfach was anderes als zuhause vorm Fernseher.
Bis die Tage.
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2 Kommentare:
sehr nett zu lesen dieses post :)
erinnert mich total an "nick hornby: fever pitch"
viel spass noch, beim nächsten mal werden sie sicher gewinnen ;)
lustig erzählt, vielleicht solltest du deine erlebnisse in buchform veröffentlichen.
ich komm zur ersten autogrammstunde
also wie sagts du immer
bis die tage
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